St. Martinszug am 07.11.2009

Wie in jedem Jahr richtete der Martinsverein einen St.-Martinszug in Niederkrüchten aus, der an unserer Schule begann und an dem viele Kinder unserer Schule teilnahmen. Alle Klassen hatten in der Schule schöne Laternen gebastelt!

Morgens trafen sich schon einige Eltern und Mitglieder des Martinsvereins, um die Tüten zu packen. An dem Tag hätte sich ein Einbruch wirklich gelohnt!!



Um 17.00 Uhr trafen sich alle Kinder mit ihren Laternen auf dem Schulhof, um sich aufzustellen und auf den Beginn des Zuges zu warten. Leider sah es nach Regen aus, so dass manche Laternen mit Tüten geschützt werden mussten. Am Ende hatte es aber zum Glück nur ganz wenig geregnet!



Dann wurde es endlich dunkel, die Kapelle fing an zu spielen, und es konnte losgehen! Der Sankt Martin ritt vorneweg, und die Kinder folgten ihm.



Der Zug führte uns durch Niederkrüchten, wo viele Menschen am Weg standen, die sich den Zug anschauen wollten. Viele Anwohner hatten die Fenster, Vorgärten und Häuser zur Feier des Tages mit Lichtern geschmückt.



Sogar die Tankstelle hatte die Lichter extra für uns angemacht!



Am Feuer wurde dann die Geschichte von der Mantelteilung dargestellt. In diesem Jahr wurde die Geschichte zum ersten Mal auch vorgelesen. So wurde der Martinszug zu einem noch schöneren Erlebnis. Denn darum geht es beim Sankt-Martins-Fest - ums Teilen.



Im Jahr   334 war der achtzehnjährige römische Gardeoffizier Martin in Amiens  stationiert. In eben jene Zeit fällt das Ereignis, das bis heute das Andenken  an Martin wachhält:

Die  Mantelteilung

      Eines  Tages, mitten im Winter, der derart hart war, dass viele Menschen der strengen  Kälte zum Opfer fielen, begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen,  unbekleideten Mann. Martin selbst trug außer seinen Waffen und seinem  Militärmantel nichts bei sich. Als der Bedauernswerte nun die Vorübergehenden  bat, sie möchten sich seiner erbarmen, diese jedoch an dem armen Mann  vorübergingen, verstand Martin, vom Geist Gottes erfüllt, dass der Bettler ihm   zugewiesen sei, da die anderen Menschen kein Erbarmen zeigten. Aber was sollte  er tun? Außer seinem Militärmantel, den er trug, besaß er nichts, hatte er doch  schon, was er sonst besessen hatte, für eine andere barmherzige Tat  verwendet. Deshalb fasste er sein Schwert, mit dem er gegürtet war, teilte den  Mantel in der Mitte entzwei und gab die eine Hälfte dem Armen, mit der anderen  Hälfte bekleidete er sich. Einige der Umstehenden machten sich über ihn lustig,  da ihn der abgerissene Mantel entstellte. Außer dem Spott seiner Mitmenschen  hat Martin auch noch eine Gefängnisstrafe  hinnehmen  müssen: Drei Tage Haft wegen mutwilliger Beschädigung von Militäreigentum!



In der  Nacht, die auf die Mantelteilung folgte, erschien Martin im Traum Jesus  Christus, bekleidet mit Martins halbem Militärmantel. Zu den ihn umgebenden  Engeln sprach Christus: „Martin, der noch nicht getauft ist, hat mich mit  diesem Mantel bekleidet!” In diesem Traum sah der junge Offizier eine  Aufforderung, den Militärdienst aufzugeben, um in den Dienst Gottes zu treten.  Später ließ sich Martin in Amiens taufen.                  

Nach der Martinsgeschichte am Feuer ging es auf dem schnellsten Weg zurück zur Schule - zur Tütenausgabe!



Vor der Schule bildete sich eine lange Schlange, denn auch ein Sankt Martin hat nur zwei Hände!



Beim Sankt-Martins-Zug trifft man auch oft ehemalige Schülerinnen und Schüler unserer Schule wieder. Schön, euch wiederzusehen!



Auf dem Schulhof konnten sich alle nach dem Zug noch etwas aufwärmen und Neuigkeiten austauschen, bevor die Kinder anfingen, durch die Straßen zu ziehen und zu singen. Die Mitglieder der Schulpflegschaft boten dazu heiße Getränke an. Und nicht nur den Kindern tat das gut...



Dieses Mädchen möchte bestimmt seine Tüte teilen, oder?



Und nicht vergessen: Im Herbst sollte man Vorräte für den Winter anlegen!



Der Sankt-Martins-Zug ist eine schöne Tradition. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr! Vielen Dank an den Martinsverein für die tolle Organisation!